Skandal: Ettenhausen ging das Bier aus!

Gut. Ganz ehrlich: Diesen Titel haben wir natürlich nur gewählt, damit Du draufklickst. Und mindestens in Deinem Fall hat’s ja funktioniert. Aber aufgemerkt: Natürlich geht es hier vor allem um eines der beliebtesten Tischtennisturniere der Schweiz, jenes des TTC Ettenhausen, bei dem der TTC Bülach dominierte. Zwar nicht auf den Siegertreppchen, dafür in diversen Spezialdisziplinen, die prompt und weltweit in diversen grossen Tageszeitungen aufgegriffen wurden.

Spezialdisziplin 1: Früh aufstehen

Kein richtiger Turniersonntag ohne Sonnenaufgang bei der Anfahrt. Bro, wenn die Sonne schon scheint, bist Du zu spät! Wer sich korrekt aufwärmen und einspielen will, muss halt zeitig raus. Und Bro, apropos einspielen …

Spezialdisziplin 2: Kollektives Einspielen

Vor den Spielern des TTC Bülachs waren wohl nur die OrganisatorInnen und HelferInnen des TTC Ettenhausen am Start. (Die übrigens – as usual –  einen verdammt guten Job gemacht haben) Und so belegte unsere Delegation gleich eine ganze Tischreihe. Wie die chinesische Sportzeitung «YinHueSin» stolz berichtete, sollen sich sämtliche Bülacher – ganz im Sinne ihres grossen chinesischen Vorbilds – synchron eingespielt haben und zwar im Takte der Bülacher Tischtennishymne «Auf jedes Ping folgt ein Pong», die aus voller Kehle zusammen gesungen wurde. Das ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber es sah auf jeden Fall schon eindrücklich aus.

Spezialdisziplin 3: Engagiert spielen, aber nicht wirklich etwas reissen

Das Wichtigste vorneweg: Nein, das Bulldozer-Doppel Baumann/Walsch konnte ihren Doppel-Titel vom Vorjahr nicht verteidigen. Und der Rest unserer blauen Wand? Hier sei, die grösste niederländische Zeitung De Telegraaf zitiert, die titelte: «Leuk maar niet goed genoeg» was so viel bedeutet wie: Jungs, ihr habt Euch richtig gut ins Zeug gelegt, aber es hat halt einfach nicht gereicht. Der türkische Hürriyet erwähnte wiederum nur unseren Topshot Dominik Baumann, der mit dem Erreichen des Viertelfinals in der Kategorie C einen Akzent setzen konnte. Bei so vielen Bülacher Spielern war es nur eine Frage der Zeit bis zwei Bülacher im Match aufeinander treffen würden. Für die Gazetta dello Sport war dieses Duell eine Titelseite wert: Bowlingmeister Gianni Vincenti traf dabei auf den als haushoher Favorit gehandelten Ben Haasch. Vincenti spielte dabei mit derart viel Herzblut auf, dass er Haasch bis in den fünften Satz zwingen konnte, wo er dann aber unterlag. «Puoi farlo la prossima volta» feuerte die Gazetta ihren Lieblings-Bülacher mit grossen Lettern an.

Spezialdisziplin 4: Ettenhausen das Bier wegsaufen

«Wir haben kein Bier mehr!» gellte am Nachhmittag ein entsetzter Schrei durch die Turnier-Küche des TTC Ettenhausen wie die Schwedische Zeitung «Aftonbladet» unter Berufung auf geheime Quellen zu berichten weiss. Die Schuldigen dieser Bewirtungskatastrophe indes sind schnell gefunden: «Det var Bülacher igen» Angeblich hätten die beiden eigens angereisten Bülacher Turnier-Coaches Erich Kiener und Falk Lempe den Ettenhausener Vorrat an Alkoholikas in erschreckender Weise dezimiert und liefert gleich die Beweisfotos mit:

Die Pressestelle des TTC Bülach hält dazu fest: «Wir sind sehr froh, dass wir Erich Kiener und Falk Lempe als Coaches mit dabei haben konnten. Ihre wertvollen Inputs haben unseren Spielern sehr geholfen. Welche Getränke sie in der Halle mitführen liegt im Ermessen der Spieler und Coaches selbst und entzieht sich unserer Kenntnis. Die Vorwürfe scheinen uns aber insofern haltlos, als dass die Vorräte des TTC Ettenhausen bereits am Vormittag aufgebraucht gewesen wären, wenn Kiener und Lempe tatsächlich zur Flasche gegriffen hätten.»

Spezialdisziplin 5: Sämtliche Mannschaftspreise einheimsen

«в плане командного духа они непревзойденны» (v plane komandnogo dukha oni neprevzoydenny) titelte die Pravda und strich als einzige Zeitung, die über die Errungenschaften des TTC Bülachs am Turnier des TTC Ettenhausen berichtete, unsere wirklich wichtigen Qualitäten heraus: «Punkto Teamgeist sind sie unschlagbar!» hiess es in der russischen Tageszeitung darunter thront das einzig wahre Siegerfoto des diesjährigen Tischtennis-Turniers im schönen Thurgau.

Der TTC Bülach war nicht nur der Club der sich am schnellsten für das Turnier anmeldete sondern auch jener Club, der mit den meisten lizensierten Spielern vor Ort erschien. Die beiden Geschenk-Körbe enthielten allerlei Leckereien, die flugs unter den Team-Playern aufgeteilt wurden. Die Preise stehen aber auch als Symbol für etwas noch viel Wichtigeres: Den immensen Tischtennis-Hunger unserer Clubmitglieder trotz überschaubarer Erfolgschancen und die Freude, solche Turniere immer wieder als Team unsicher zu machen.

Herzlichen Dank geht an dieser Stelle auch an den sympathischen TTC Ettenhausen, der dieses Turnier jedes Jahr möglich macht. Wir kommen wieder, keine Frage!

 

1 Reply to "Skandal: Ettenhausen ging das Bier aus!"

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    TTC Ettenhausen
    13. November 2018 (10:48)
    Reply

    Grossartiger Bericht! Nochmals herzliche Gratulation zu den hochverdienten Mannschaftspreisen und tausend Dank für das Lob sowie eure Treue Jahr für Jahr.

    Bis zum nächsten Mal wieder mit mehr Bier
    TTC Ettenhausen


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