Swibro-Cup St. Gallen – Die blaue Macht (nix)

Es soll Leute geben, die sind sich diesen Anblick gewohnt, da sie werktags oft um diese Zeit aufstehen.

Doch wer sich sowas an einem Sonntag antut, ist entweder total bekloppt oder angefressener Tischtennis-Fan.

Sieben Spieler vom TTC Bülach hatten sich angedroht. Fünf sind dann auch erschienen. Differenz: 2 (in Order of Appearance) André Fröhlich, Frank Willing, Sascha Rossier, Erich Kiener und Philippe Walsch; zusammen auch genannt: Die blaue Macht. Sie alle passierten kurz vor acht den ersten Beweis, dass dieses Turnier die Grenzen des Normalen sprengt: Die Turnhalle hatte eine eigene Tiefgarage, und beim Lift hing ein Screen, der fein säuberlich auf die Hallen- und Garderobeneinteilung hinwies.

Merke: Ein Turnier mit 45 PingPongtischen füllte nicht einmal die Hälfte des Athletik-Zentrums im Herzen von St. Gallen. Holy Netzroller!

Um der knisternden Spannung bissel Abhilfe zu schaffen: Die blaue Macht riss nicht viel. Man konnte kaum von einem Mächtchen reden.

Die beiden Doppel (Kiener/Rossier und Fröhlich/Willing) faulten bereits in der ersten Runde raus.

In der Kategorie E überstanden zwar alle die Gruppenphase, blieben dann aber irgendwo in der KO-Runde hängen.

Wobei hier speziell zu erwähnen ist, dass André «die kaltblütigste Rückhand diesseits der Sonne» Fröhlich durch seine Siege gegen einen benoppten Opa und einem erst vor Kurzem dem Embrionalstadium entwachsenen Kind als Gruppenerster in die KO-Runde startete. Nützte ihm dann aber auch nix.

Wir überspulen an dieser Stelle die zwar lehrreichen aber ergebnisarmen Matches des «blauen Mächtchen» aus Bülach und springen zu dem Punkt, wo Willing, Fröhlich und Rossier bereits frischgeduscht bei einer Bratwurst zusammensitzen (es sei hier auch mittels blauem Pfeil auf die kulturelle Todsünde hingewiesen, die einem in St. Gallen gerne verziehen wird, wenn man in einer Fremdsprache wie etwa auf Hochdeutsch bestellt) und den Spielen von Kiener und Walsch zuschauen, die sich in der Kategorie D noch durch einige Runden boxten.

Erich scheiterte letztendlich auch; und zwar an einem blonden Knirps der mit seiner Nase kaum die Tischhöhe erreichte. Man kann Meister Kiener aber keinen Vorwurf machen. Der Knirps zerlegte nach Erich nämlich auch fast noch einen C10-Spieler. Wahrscheinlich werden wir dieses als D4 eingestufte Minimonster bald auf der Titelseite einschlägiger Pingpong-Magazine wiedersehen.

Die Ehre der «blauen Macht» wurde durch Philippe Walsch gerettet, der sich durch einige sensationell spannende Matches fast in die Achtelfinals hätte schleichen können. Er unterlag dann aber in einem Match, in dem Walsch zuerst mit 2:0 Sätzen geführt hatte. Der Grund hierfür lag nicht nur aber auch an einer handfesten Auseinandersetzung an einem Nebentisch. Dort schrie ein Spieler zuerst laut umher, zerlegte brutal eine Bande und kassierte nach weiteren Fluchtiraden an die Adresse der Schiedsrichter und Turnierveranstalter zwei Verwarnungen. Unter weiterem Keifen wurde der Störenfried dann aus der Halle begleitet. Coach Kiener räumte später an der offiziellen Pressekonferenz ein, dass dieser Lärm und die daraus entstehende Unruhe in der Halle wohl die Konzentration von Walsch empfindlich gestört habe und zum Verlust des Matches führte.

Meister Walsch machte aber vor, wie man als Mitglied des TTC Bülachs aus solchen Niederlagen hervorgeht: Mit viel Stolz über die erkämpften Bälle und dankbar über die gesammelten Erfahrungen. Wie die «Gazetta dello Sport» später berichtete, sei dies genau der Sportsgeist, der grosse Athleten auszeichne und kürte Philippo Walschetto kurzerhand zum «Sportivo del Giorno» Gratulation!

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